Internationale Jugendkonferenz in Zagreb
Austausch - Vernetzung - Engagement
Das diesjährige Motto: »Standing Up for Remembrance: Youth, Dialogue and Civic Engagement in Europe«
Unsere Anne Frank Botschafterin Felicity Werner nahm im April an der diesjährigen STAND UP International Youth Conference des Anne Frank Youth Network teil und berichtet von ihren Erlebnissen:
»Vom 23.04 bis 26.04 haben sich über 40 politikinteressierte junge Menschen für die internationale Jugendkonferenz „Standing Up for Remembrance“ in Zagreb getroffen. Neben Teilnehmenden aus Deutschland waren Personen aus der Niederlande, Serbien, Kroatien, Ungarn, Polen, den USA und weiteren Ländern anwesend.
Die Workshops des ersten und zweiten Tages handelten von der momentanen politischen Situation unserer individuellen Länder. Dabei wurde schnell klar, dass einige der vertretenen Länder noch immer von Spannungen der Vergangenheit geprägt sind, und wie wichtig Geschichte in Unterhaltungen über die Gegenwart sein kann. Dennoch verliefen die Diskussionen respektvoll und freundschaftlich. Besonders memorabel war eine Unterhaltung zwischen einer Serbin und einer weiteren Teilnehmerin aus einem Nachbarland. Sie erzählten, dass ihre Familien nicht verstanden, wie sie trotz der Vergangenheit ihrer Länder gute Freundinnen sein konnten.
Neben den Workshops hatten wir auch die Gelegenheit, Zagreb zu erkunden. In einer Stadttour besuchten wir den Zagreber Dom, und lernten über das Erdbeben, welches das Gebäude vor wenigen Jahren beschädigt hat. Besonders errinerungswürdig waren die engen, belebten Straßen Zagrebs und die schöne Schwebebahn. Anschließend besuchte ich das „Museum of Broken Relationships.“ Hier waren scheinbar zufällig zusammengeworfene Alltagsobjekte ausgestellt, und mit ihnen die Geschichte hinter ihnen. Zwischen zerbrochenen Ehen, kurzen Beziehungen, Brüchen zwischen Elternteil und Kind und sogar Wut auf politische Figuren gab es hier viel zu entdecken.
Am dritten Tag ging es schließlich darum, wie wir unsere Zielgruppe am besten erreichen können, und wie man mit Problemen während eines Projektes umgeht. Außerdem unterhielten wir uns darüber, was es bedeutet, aktiv in unseren Gemeinden zu sein, und warum diese Aktivität immer weniger wird. Wir stellten fest, dass sogar zwischenmenschliche Beteiligung im kleinen Rahmen, wie etwa bei einem Sportkurs oder Orchester bereits hilft, Toleranz und Offenheit zu stärken.
Zuletzt haben wir begonnen, unsere eigenen Projekte zu planen, welche bis Ende Juni umgesetzt werden.
Es war sehr inspirierend, Perspektiven und Erfahrungen mit Gleichgesinnten so vieler verschiedenen Nationalitäten auszutauschen. Trotz verschiedener Sprachen und wackeligen Englischs fanden wir Gemeinsamkeiten und konnten über gemeinsame Interessen Verbindungen aufbauen.«